ADHS – Keine Modeerscheinung, sondern eine ernstzunehmende Erkrankung
ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung) ist keine Modeerscheinung, sondern eine von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) anerkannte neurobiologische Störung. Die Diagnose basiert auf klaren, wissenschaftlich fundierten Kriterien. Schon Hippokrates beschrieb vor über 2.000 Jahren Symptome, die heutigen ADHS-Diagnosen erstaunlich ähneln.
ADHS im Erwachsenenalter erkennen
Eine der verbreiteten Mythen über ADHS besagt, dass diese sich nach der Pubertät auswachsen würden. Dies ist bereits seit über 15 Jahren widerlegt. Um ADHS bei Erwachsenen besser diagnostizieren zu können, werden die Wender-Utah-Kriterien herangezogen. Im Unterschied zu den typischen Diagnosekriterien für Kinder liegt der Fokus hier auf Symptomen, die im Laufe des Lebens bestehen bleiben – auch wenn sie sich verändern. Dazu gehören zum Beispiel emotionale Impulsivität, chronische Unruhe, Stimmungsschwankungen, geringe Stresstoleranz, Probleme mit der Selbstorganisation und anhaltende Konzentrationsschwierigkeiten. Viele Erwachsene mit ADHS zeigen nicht mehr die typische Hyperaktivität aus der Kindheit, sondern kämpfen mit innerer Unruhe, Reizbarkeit oder Problemen im emotionalen Selbstmanagement. Die Wender-Utah-Kriterien helfen besonders dann, wenn ADHS im Kindesalter nie erkannt wurde, aber im Erwachsenenleben weiterhin zu spürbaren Einschränkungen führt.
