Aktuelles

12 neue Sitze für Psychotherpeut_Innen in RLP

Laut einer aktuellen Pressemeldung der KV RLP konnte der Landesausschuss der Ärzte und Krankenkassen dazu bewegt werden, 12 neue Sitze für die Niederlassung von Psychotherapeut_Innen in Rheinland-Pfalz zu genehmigen. Bei der aktuellen Versorgungslage zwar wie ein Tropfen auf den heißen Stein, aber endlich wieder ein Schritt in die richtige Richtung.

Die neuen Sitze gibt es in den Regionen Neuwied, Trier-Saarburg und den Westerwaldkreis (je 1,5 Sitze), Vulkaneifel und Birkenfeld (je 1 Sitze) sowie Altenkirchen im Westerwald, Bad Kreuznach, Cochem-Zell, Germersheim, Kusel und den Rhein-Hunsrück-Kreis (je 0,5 Sitze). Bewerbungen sind für Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten vom 1. April bis zum 8. Mai möglich.

Die ganze Pressemeldung lesen Sie hier (KV RLP). Die Stellungnahme der Landespsychotherapeutenkammer RLP dazu hier (LPK RLP).

Kostenerstattung in der Psychotherapie

Für gesetzlich Versicherte (GKV) ist es seit vielen Jahren schwer, zeitnah einen Therapieplatz zu finden. Die langen Wartezeiten sind für Patient_innen belastend und für uns niedergelassene Psychotherapeut_innen höchst unbefriedigend. Hier kann die Kostenerstattung in der Psychotherapie helfen.

Wenn Sie nachgewiesenermaßen keinen Platz bei eine_r niedergelassenen Kolleg_in finden, muss Ihnen Ihre gesetzliche Krankenkasse die Kosten einer Behandlung bei eine_r approbierten Psychotherapeut_in erstatten, auch wenn diese_r Behandler_in keine Kassenzulassung besitzt (sog. Kostenerstattung einer selbstbeschafften Leistung). Verlässliche Informationen dazu finden gesetzlich Versicherte im DPtV Faltblatt ‚Kostenerstattung in der Psychotherapie‘ (PDF, 1.63 MB).

Kontaktdaten seriöser Psychotherapeut_innen (auch ohne Kassenzulassung) finden Sie in der Psychotherapeut_innen-Suche der Landespsychotherapeutenkammer RLP.

Natürlich können Sie sich trotzdem in unserer Praxis mit KV-Niederlassung auf die Warteliste setzen lassen. Wir melden uns dann, sobald ein Platz frei ist.

Mythos „Leichte Fälle“

Entgegen empirischer Fakten wird gern der bequeme Vorwurf wiederholt, in der ambulanten Psychotherapie würden nur ‚leichte‘ Fälle behandelt. Basierend auf einer Studie der Techniker und in Reaktion auf eine erneutes Wiederkäuen solcher Fehlinformationen gibt die DPtV eine Pressemeldung zum Mythos „Leichte Fälle“: Oft wiederholt, längst widerlegt! heraus.

Behandler_innen und Patient_innen wissen das längst besser. Die Wirksamkeit von Psychotherapie ist gut belegt (z. B. „Ambulante Psychotherapie unter Routinebedingungen: Forschungsbefunde aus dem deutschsprachigen Raum“ von 2016, DOI: 10.1055/s-0042-115616).

Befunde, dass Psychotherapie auch kosteneffektiv ist, gibt es reichlich (vgl. Überblick bei Margraf (2009) Psychotherapie hilft Kosten sparen, eine Analyse vieler Einzelstudien zum Thema, auch als Buch „Kosten und Nutzen der Psychotherapie. Eine kritische Literaturauswertung“ oder Vortrag Dr. Nübling, LPK BW, 2015, „Psychotherapie und Gesundheitsökonomie – ein Widerspruch?“).

Wäre doch schön, wenn Ressourcenverteiler irgendwann die Schuld-Verschiebungs-Rhetorik sein lassen und nachziehen. Man darf ja hoffen.